Ursprünglich als team2 (gemeinsam mit Theresa Schnell) angetreten, ist die in Dresden lebende Irène Mélix nun alleine Teil von LUX19.

Irène Mélix beschreibt sich als politisch und künstlerisch handelnd. Mit ihrem konzeptuellen Ansatz arbeitet sie in Überschneidungsbereichen gesellschaftlicher und ästhetischer Fragen. Die Bandbreite der künstlerischen Medien (Zeichnung, Siebdruck, Linolschnitt, Video) ergibt sich aus der Vielfalt der aufgeworfenen Fragen: historische, soziopolitische, genderspezifische und literarische Recherchen bilden die Ausgangspunkte für die künstlerische Auseinandersetzung.

Die Arbeit von Irène Mélix spielt sich selten nur im Innenraum von Ausstellungen ab. Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Screenings holen politische Fragestellungen mit in die Räume. Darüber hinaus tragen Kunstbücher, Zeitungsformate und Publikationen künstlerischen Auseinandersetzungen in eine größere Öffentlichkeit.

Mehr: www.irenemelix.de

team 2 (Irène Mélix, Theresa Schnell): Künstlerinnenportraits, Digitalfotografie 2015

fighting the wall, video, 0:42 min (2016), Erworben durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

NO MORE DEVOTION

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No more devotion – heraus zum Künstlerinnen*streik

https://www.lbk-sachsen.de/news/kuenstlerinnen-streikt-aka-no-more-devotion

dd.fau.org/branchen/kunst-kultur

Flyer zu NO MORE DEVOTION

NOT-IN-TIME 
(Irène Mélix, Text aus der Publikation Arbeit/Streik, team2, 2016)

Eine hebt die Hand und die Stimme. Die große Fabrikhalle ist voll mit Frauen, die fast alle konzentriert zuhörend in ihre Richtung blicken, einige skeptisch, einige entschlossen. Die Versammlung scheint eine Weile zu dauern, im Vorgrund sind zwei strickende Hände zu sehen. Die Sprechende ist trotz der Weitläufigkeit des Ortes und der Größe der Versammlung gut zu verstehen. Sie steht etwas erhöht, ist laut und entschlossen, die Stimmung ist angespannt. Statt auf den Zettel zu blicken, den sie achtlos in der linken Hand hält, wendet sie sich direkt an ihre Kolleginnen. Mit dem ausgestreckten Zeigefinger und leicht nach vorn gebeugt nutzt sie das gesamte Potenzial von Körper und Stimme, um auf die Verhältnisse hinzuweisen.

Streik ist der Moment, in dem der Produktionsfluss stoppt. 
Streik ist kollektive Arbeitsniederlegung.
Wann streikt die Künstlerin?   
Anhand der Figur “Künstlerin” lassen sich die Bedingungen von Arbeit in kapitalistischen Verhältnissen sezieren: Voller Hingabe für das, was sie tut, arbeitet sie, gerne umsonst, den ganzen Tag. Sie reagiert flexibel auf Ausschreibungen und projekthafte, kurzweilige Arbeitsverhältnisse,
organisiert alles selbst und trifft sich abends noch auf ein informelles Bier mit Kollegin und Kurator. Die Überschneidung zu Fragen der unbezahlten, zumeist von Frauen geleisteten, reproduktiven Arbeit ist auffallend. 
“I AM NOT READY” müsste vielleicht die Antwort lauten. Viele sein und Organisierung bildeten für uns als team2 die Ausgangspunkte eines Gesprächs, das wir im Freizeitklub öffentlich begannen. Dies geschah am Feierabend der Konferenz, die im Januar 2016 an der HfBK Dresden stattfand und zu deren künstlerischer Begleitung wir eingeladen waren. Daraus hervorgegangen ist das cindy cat, eine Interessensvertretung von Kulturschaffenden, die der Freien Arbeiter_innen Union Dresden angeschlossen ist.