„Mein Thema ist die Stadt“, sagt Birgit Szepanski, die in Berlin lebt und arbeitet. Als Künstlerin und Autorin interessieren sie die Verbindungen und Überschneidungen zwischen bildender Kunst und literarischer Erzählung.

Deshalb ist Erzählen für sie auch ein Mittel, um Stadt und Stadtleben literarisch und bildnerisch darzustellen. Bei LUX hat sie sich mit der Projektidee »Female City – oder wer gestaltet Stadt?« beworben.

Birgit Szepanski: »Mémoire volontaire: Aegidienkirche, Hannover« Installation mit Hörstück 2017

„Die Installation bezieht sich auf die Aegidienkirche, die in der Umgebung des Ausstellungsraumes liegt und als Ruine an den Zweiten Weltkrieg erinnert. Gipsabdrücke von Unebenheiten der Kirchenruine habe ich neben eine Archivfotografie von 1943 an die Wand gehängt. In einem Hörstück erzähle ich zu dieser Fotografie die fiktive Geschichte einer Passantin im schwarzen Mantel. Eine zweite Archivfotografie, die im Hörstück erwähnt wird, steckt zum Herausnehmen in der Manteltasche. Gezeigt wurde diese Installation in der Ausstellung »Stadt als Material«, KUBUS Städtische Galerie Hannover, 2017

Birgit Szepanski: Erzählte Stadt – Der urbane Raum bei Janet Cardiff und Jeff Wall

Stadt besteht aus einer Vielzahl von sozialen, politischen und architektonischen Räumen, ökonomischen Strukturen, historischen Kontexten und zufälligen Begegnungen. Wie lässt sich (das Erleben von) Stadt beschreiben, wenn sie für die Einzelnen unüberschaubar ist?

Birgit Szepanski zeigt, dass zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler durch poststrukturelle Erzählmethoden eine »erzählte Stadt« generieren und es so ermöglichen, Stadt in ihrer Komplexität wahrzunehmen. In Werken von Janet Cardiff und Jeff Wall werden Referenzbildungen zwischen bildender Kunst, Literatur, Film, Alltagsgeschehen, Politik, Historie und biografischen Geschichten analysiert, die Stadt mannigfaltig erzählen.

Birgit Szepanski: »Female City – oder wer gestaltet Stadt?«

Wer baut und zeigt die Stadt und bespielt den öffentlichen Raum? Die Arbeit von Frauen wird bis heute weniger geschätzt und wahrgenommen als die von Männern. Der öffentliche Raum und die Stadt sind dafür ein Beispiel: Historisch gesehen wurden Städte überwiegend von Architekten, Städteplanern und Flaneuren geplant und beschrieben – Architektinnen, Städteplanerinnen und Flaneusen sind weniger bekannt.