Dorothee Schabert ist Komponistin; sie schreibt für Instrumentalisten und Sänger genauso, wie sie Musikwerke mittels Computer erfindet. Dafür nimmt sie Klänge aus unserer alltäglichen Umwelt auf: Vogelrufe, Wasser, zersplitterndes Glas, Arbeitsgeräusche, Instrumentalklänge. Diese Klänge bearbeitet sie am Computer mit technischen Mitteln, wie sie ihr aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Tonmeisterin vertraut ist. Das Resultat sind KlangInstallationen und KlangWerke, Kompositionen die über Lautsprecher hörbar werden.

Natürliche Geräusche, als musikalisches Material einer Komposition verwendet, ermöglichen veränderte und gesteigerte Wahrnehmung täglicher akustischer Zustände. Geräusch ist hier nicht mehr gleich Lärm. Wassergeräusche haben ihre eigene Schönheit. Verkehrsgeräusche offenbaren ihren belästigenden Lärmcharakter im Kontrast zu Vogelstimmen. Die Obertöne einer Glocke formen eine eigene Melodie.

Für LUX19: Frauenarbeit beschäftigt sich Dorothee Schabert mit der strukturellen Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in Hinblick auf den ungleichen Zugang zu den gesellschaftlichen Ressourcen, insbesondere Entlohnung und materieller Besitz. Der Gender Pay Gap, die Schere der Jahresgehälter, der Renten und des im Laufe eines Lebens erworbenen Besitzes von Frauen und Männern wird akustisch erfahrbar, also hörbar gemacht.

Analyse des Obertonspektrums einer Glocke der ehemaligen Klosterkirche zu Auhausen (Glocke stammt von 1360)
Dorothee Schabert während einer Produktion in der Musikfabrik Köln